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Freitag, 24. Juli 2009

11. Level 1+3

Wer hätte das gedacht, daß wir zwei wieder einmal in die Schule gehen, Roman dabei freiwillig eine weitere Sprache lernt und Berni ausnahmsweise nicht geschwänzt hat?

Am ersten Schultag startete Roman mit Level 1 im "IOWA-Institute" sogleich mit der Begrüßung "Qué tal?" und Berni mußte sich mit Level 3 beim Erzählen unserer bisherigen Reise durch alle Zeiten schlagen. Damit alles etwas flüssiger wurde, standen uns Adriane, Angela und Jesús - drei junge Professoren - zur Seite. Im Gesamten erhielten wir je 16 Einzelstunden inkl. Unterlagen zu einem wirklich günstigen Preis. Der Unterricht war professionell vorbereitet und es wurde richtig Gas gegeben.



Die Schule selbst war eine kleine Oase, in der wir uns nach 45 min. Köpferauchens erholen konnten. Früh aufstehen war angesagt, denn von 08:00 Uhr bis 10:00 Uhr lernten wir bereits viele neue Verben. Dabei ging Berni sogar mit Angela zu einem kleinen Laden um tropische Früchte und Kräuter der Region kennenzulernen!

Anschließend hatten wir beide eine lange Mittagspause, in der wir den Empfehlungen unserer Lehrer folgten, dabei Mérida erkundeten und unsere Bäuche mit leckerem Essen voll schlugen! Den Nachmittagsunterricht verbrachten wir wieder in den Klassenräumen, die mit einer weißen Boardtafel, Plastikstühle und viel zu hohe Tische ausgestattet waren. Man fühlte sich wirklich wie ein Erstklassler!


Mit Herz und Seele lernten wir lateinamerikanisches Spanisch. Berni ist der Meinung, daß es zum Vergleich zum europäischen Spanisch etwas leichter ist da z.B. die "Ihr-Form" fehlt. Unser Professor Jesús ist übrigens auch ein Chorleiter und singt seit ein paar Jahren in der A-Cappella-Band "Siete Palos". Berni ist total begeistert und kaufte sogleich deren erste CD. Zum Reinhören hier klicken.

Mérida selbst ist eine sehr schöne Stadt, wenn man einmal Hinter die Fassaden geschaut hat. Viele liebevoll gepflegte Innenhöfe, eine wunderschöne Bergkulisse und Friseure, Beautysaloons, Mode- und Schuhgeschäfte reihen sich dicht einander. Eine Welt für Schönheitsköniginnen. Die Menschen achten hier sehr auf ihr Äußeres.

Natürlich besuchten wir auch das Eisgeschäft Coromoto, welcher einen Eintrag im Guiness-Buch für die meisten Eissorten hält. Von den 800 Eissorten gab es an die 60 zur Auswahl und so probierten wir Tomate, Kiwi, Wiskey, Rum mit Rosinien und Pico Bolivar. Über die Sorten Champignons, "Pabellón Criollo" (Nationalgericht aus gekochten Rindfleisch), Knoblauch und Pizza haben wir uns nicht drübergetraut. Der Laden ist wirklich sehenswert, allerdings wurden wir geschmacklich nicht ganz überzeugt.

Ebenfalls speisten wir die lokalen Spezialitäten Trucha (Forelle), "Perro Caliente" (Hot Dog), Patacón (Kartoffelpufferburger), Arepas (gefüllte Maisfladen) und Empanadas (gefüllte & gebackene Teigtaschen). Generell muß man sagen, daß das Essen ein ausgezeichnetes Preis-/Fettverhältnis aufweist ;-)

Urspünglich sind wir nach Mérida gefahren um ein nahes Naturphänomen zu bewundern. Im Catatumbo-Delta gibt es an 300 Tagen im Jahr ein - durch seine Blitzhäufigkeit beindruckendes - Gewitter. Allerdings kam durch unseren Unterricht leider keine Tour zustande. Dies ist auf alle Fälle ein Grund wieder zu kommen!

Dienstag, 21. Juli 2009

10. Anreise Mérida

Wir sind von Ciudad Bolivar in die Studentenstadt Mérida gefahren. Großteil der Strecke (bis Barinas) haben wir mehr oder weniger schlafend im Nachtbus zurückgelegt. Die Fahrt von Barinas nach Mérida war landschaftlich wirklich beeindruckend. Am Liebsten wären wir selbst mit dem Auto gefahren, nur dann hätten wir sicherlich alle 100 Meter einen Stopp für Fotos eingelegt und wäre heute noch nicht angekommen ;-) Der Bus hielt leider nur einmal an einer uninteressanten Stelle.



Aber vielleicht können wir Euch anstatt mit Fotos ein paar Eindrücke über die Strecke anhand von Zahlen geben:

Wir waren von Posada "Don Carlos" in Ciudad Bolivar bis zur Posada "Alemania" in Mérida 22h unterwegs und haben hierbei ca. 1060km zurückgelegt. Von Cuidad Bolivar mit einer Seehöhe von 30m sind wir unterwegs bis auf 3556m hinaufgekommen und dabei Steigungen von bis zu 16° bewältigt. Mérida selbst liegt auf 1640m Seehöhe und ist somit angenehm kühl, was eine Wohltat im Vergleich zu unserem letzten, schwülen Tag in der Tiefebene ist. Die Bezeichnung für Mérida "die Stadt des ewigen Fühlings" trifft zumindest derzeit voll zu.



Mérida liegt in einem Andental und ist von hohen Bergen umgeben. Die Innenstadt selbst ist Schachbrettförmig angeordnet und die Orientierung ist entsprechend einfach. Die nächsten Tage wollen wir uns ein paar Sehenswürdigkeiten, wie die Kathedrale ansehen, aber vor allem haben wir uns von Mo. bis Do. (Fr. ist ein Feiertag) für einen Spanisch-Kurs eingeschrieben. Roman möchte zumindest grundlegendste Spanisch-Kenntnisse erlangen, da wir noch über 2 Monate in Südamerika sind und man hier mit Englisch nicht wirklich weit kommt.