Mit Piraten hatten wir bis dato - zum Glück - gar nichts auf'm Hut, aber seit unser fahrbarer Untersatz entsprechend bemalt ist und uns zu wunderbaren Plätzen kutschiert, haben wir eine Liebe entwickelt. Dieser Blogeintrag sei somit "Pirate" gewidmet.
"Pirate" hat japanischen Wurzeln, bereits 214.000 km am Buckel und verfügt damit schon über etwas Lebenserfahrung. Bei unseren ungestümen ersten Fahrversuchen zeigte er sich von der umsichtigen Seite und ließ uns auch schon mal mit dem dritten Gang problemlos anfahren. Für diese Gutmütigkeit will er aber auch ordentlich belohnt werden und verlangt schon mal über 9 Liter auf 100 km.
Auch stellt "Pirate" sich mit seinem markanten Aussehen gerne in den Mittelpunkt und zieht einige Einheimische und Reisende an. Zu Freude von Roman & Berni kommen wir mit ihnen schnell ins Gespräch und quatschen meistens über Land, Leute und Kultur.
Wer Lust und Laune hat kann uns gerne eine Piraten-Geschichte zu folgenden Bilder schreiben, die seine Außenseiten zeigen:
Das Innenleben von "Pirate" ist praktisch veranlagt. Der vordere Bereich hat eine große Weitsicht, aber sonst ist alles verkehrt und unsere Gehirnhälften werden gefordert. "Wo ist nochmal der Hebel zum Blinken?"
Öffnet man die linke hintere Schiebetür findet man eine große, längliche Holzkiste, die bis zur gegenüberliegenden Tür reicht und jeweils zwei Fächer mit Holzdeckel hat. In einem haben wir unsere Wäsche verstaut und im anderem unseren Essensvorrat.
Gegenüber der Holzkiste gibt es noch eine weitere, die drei große Fächer beinhaltet. Diese füllten wir mit Brennholz für ein Lagerfeuer, unseren Rucksäcken und bei Bedarf mit Bettwäsche.
Mittig ist nach Belieben ein Tisch, bestehend aus einer Holzplatte auf einer Säule. Diese kann man sekundenschnell abnehmen und als "Lattenrost" mit einer zweiten Holzplatte wiederverwenden.
Vier Matratzen lassen sich entweder als weiche Sitzgelegenheiten auf den Kisten nutzen oder sich in Handumdrehen zu einem kuscheligen Queensize-Bett verwandeln.
Vor neugierigen Blicke hat "Pirate" im Schlafgemach acht blaue Vorhangteile, die wir bei Be-lieben auf und zu machen können. ;-)
Im hinteren Bereich gibt es eine Mini-Abwasch. Darunter befindet sich ein 20-Liter-Behälter, woraus wir das Wasser mit Hilfe einer Wasserpumpe nach oben befördern können. Die kleine "Küche" hat auch einen Gaskocher, den allerdings nur Roman anzündet. Berni hat einfach einen zu großen Respekt davor. Neben unseren Basilikumstock haben wir auch eine Kühlbox, die bis oben mit Lebensmittel gefüllt ist.
"Pirate" stellt uns auch Geschirr, Abwaschkübel und weitere praktische Utensilien zur Verfügung. Am meisten Freude hat Berni bei kalten Temperaturen mit dem Heizstrahler. Diesen kann sie zwar nicht unter der Decke mitnehmen, aber erfüllt seinen Zweck ihre Füße warm zu bekommen. Der einzige Nachteil ist, daß sie den Heizstrahler nur bei einem Campingplatz mit Stromversorgung verwenden kann.
Geputzt und ausgemistet wird "Pirate" beinahe jeden Tag, denn beim Wandern schleppt man unglaublich viel Erde mit. Auch wenn "Pirate" zwei ideale Schuhablagen bei den Schiebetüren hat.
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Sonntag, 25. Oktober 2009
Mittwoch, 5. August 2009
16. Busfahren
Damit wir nicht immer über die Busfahrten zwischen den von uns besuchten Orten berichten, widmen wir diesen Blogeintrag ganz allgemein dem Busfahren und hoffen damit etwas Einblick in den Reisealltag geben zu können.
In Gegensatz zu Europa ist das Busnetz in Südamerika sehr gut ausgebaut und ist am ehestens mit unserem Bahnnetz vergleichbar. Auf den meisten Strecken fahren mehrere private Unternehmen und man wählt zwischen billigen oder komfortablen Bussen. Dadurch sind auf den Hauptstrecken auch fast beliebige Abfahrtszeiten möglich.
Es gibt davon verschiedene Arten und Größen:
Die Größten und Komfortabelsten sind zweistöckige Schlafwagen, welche vorwiegend auf langen und gut ausgebauten Überlandstrecken eingesetzt werden. Von diesen meist sehr stark klimatisierten Bussen (Decken und warme Kleidung ein muß!) gibt es bis hinunter zu den Sammeltaxis alle Abstufungen.
Die Sammeltaxis werden zumeist zwischen zwei Orten eingesetzt. In der Windschutzscheibe ist das aktuelle Routenziel angegeben und zusätzlich wird das Ziel lautstark mit rhythmischen Ausrufen der Lokation beworben. Man will sich damit vor allem auch von den anderen Taxis mit der selben Route unterscheiden und manchmal scheint es noch Kurzentschlossene überreden zu wollen. Bei Sammeltaxis gibt es keine fixen Fahrpläne, denn abgefahren wird erst wenn genügend Fahrgäste im Bus sitzen. Dies geschieht meist, aber recht rasch.
Bei Bussen mit fixen Fahrplänen empfiehlt es sich am Vortag ein Ticket zu kaufen und sich seinen Sitzplatz zu reservieren. Wenn nicht kann es passieren einen Gangplatz mit einem Kübel als Alternative zu bekommen oder gar auf den nächsten Warten zu müssen. Dies kann in abgelegenen Regionen schon mal 3 - 4 Tage sein.
Eine gute halbe Stunde vor Abfahrt beim Busbahnhof zu sein ist von Vorteil um sein Gepäck aufgeben zu können. Hierbei wird jedes Gepäckstück mit einer Nummer versehen, die anschließend dem Fahrgast ausgehändigt wird. Damit soll verhindert werden, daß sie allzu leicht gestohlen werden. Scheint uns zumin. eine bessere Variante zu sein, als wie sie auf Flughäfen praktiziert wird, wo jeder beliebige Koffer vom Förderband nehmen kann.
Generell ist das Busfahren in Südamerika sehr unkompliziert und man bekommt unter tags oft eine abwechslungsreiche und faszinierende Landschaft geboten. Besonders die Fahrten in den Anden sind atemberaubend bis manchmal furchteinflössend. Einspurige, von mit Wasser gefüllten Schlaglöchern übersäte Schotterpisten mit beachtlichen Steigungen führen in Serpentinen bis hoch hinauf in die Wolken. Bei entgegenkommenden Lastwagen wird per Hupkonzert vereinbart, wer zurückschieben muß.
Eine funktionierende Hupe scheint daher den meisten Fahrern das wichtigste Bauteil in ihrem Fahrzeug zu sein. Laut unserem Reisehandbuch würden sie auf die Scheinwerfer verzichten können, aber niemals auf die Hupe. Vor allem in den engen, einspurigen Kurven, welche in die Steilhänge der Anden gezogen wurden, ist eine Ankündigung unerläßlich.
Ein paar Dinge sind beim Busfahren noch zu beachten: Es kann vorkommen, daß ein Fahrer eine siebenstündige Strecke auf einen Stück durchfährt und der Bus über keine Toiletten verfügt. Man sollte sich somit das Essen und Trinken schon im Vorfeld gut einteilen. Es ist auch zu überlegen, wie empfindlich der Magen auf kurvenreiche Strecken und Schlaglöcher reagiert (es empfiehlt sich ein Sitzplatz in den vorderen Reihen). In manchen Bussen werden vorsorglich Plastiksackerl ausgeteilt, die im Englischen scherzhaft als "Vomit Express" bezeichnet werden.
Unser bisheriges Höhenprofil in den peruanischen Anden:
In Gegensatz zu Europa ist das Busnetz in Südamerika sehr gut ausgebaut und ist am ehestens mit unserem Bahnnetz vergleichbar. Auf den meisten Strecken fahren mehrere private Unternehmen und man wählt zwischen billigen oder komfortablen Bussen. Dadurch sind auf den Hauptstrecken auch fast beliebige Abfahrtszeiten möglich.
Es gibt davon verschiedene Arten und Größen:
Die Größten und Komfortabelsten sind zweistöckige Schlafwagen, welche vorwiegend auf langen und gut ausgebauten Überlandstrecken eingesetzt werden. Von diesen meist sehr stark klimatisierten Bussen (Decken und warme Kleidung ein muß!) gibt es bis hinunter zu den Sammeltaxis alle Abstufungen.
Die Sammeltaxis werden zumeist zwischen zwei Orten eingesetzt. In der Windschutzscheibe ist das aktuelle Routenziel angegeben und zusätzlich wird das Ziel lautstark mit rhythmischen Ausrufen der Lokation beworben. Man will sich damit vor allem auch von den anderen Taxis mit der selben Route unterscheiden und manchmal scheint es noch Kurzentschlossene überreden zu wollen. Bei Sammeltaxis gibt es keine fixen Fahrpläne, denn abgefahren wird erst wenn genügend Fahrgäste im Bus sitzen. Dies geschieht meist, aber recht rasch.
Bei Bussen mit fixen Fahrplänen empfiehlt es sich am Vortag ein Ticket zu kaufen und sich seinen Sitzplatz zu reservieren. Wenn nicht kann es passieren einen Gangplatz mit einem Kübel als Alternative zu bekommen oder gar auf den nächsten Warten zu müssen. Dies kann in abgelegenen Regionen schon mal 3 - 4 Tage sein.
Eine gute halbe Stunde vor Abfahrt beim Busbahnhof zu sein ist von Vorteil um sein Gepäck aufgeben zu können. Hierbei wird jedes Gepäckstück mit einer Nummer versehen, die anschließend dem Fahrgast ausgehändigt wird. Damit soll verhindert werden, daß sie allzu leicht gestohlen werden. Scheint uns zumin. eine bessere Variante zu sein, als wie sie auf Flughäfen praktiziert wird, wo jeder beliebige Koffer vom Förderband nehmen kann.
Generell ist das Busfahren in Südamerika sehr unkompliziert und man bekommt unter tags oft eine abwechslungsreiche und faszinierende Landschaft geboten. Besonders die Fahrten in den Anden sind atemberaubend bis manchmal furchteinflössend. Einspurige, von mit Wasser gefüllten Schlaglöchern übersäte Schotterpisten mit beachtlichen Steigungen führen in Serpentinen bis hoch hinauf in die Wolken. Bei entgegenkommenden Lastwagen wird per Hupkonzert vereinbart, wer zurückschieben muß.
Eine funktionierende Hupe scheint daher den meisten Fahrern das wichtigste Bauteil in ihrem Fahrzeug zu sein. Laut unserem Reisehandbuch würden sie auf die Scheinwerfer verzichten können, aber niemals auf die Hupe. Vor allem in den engen, einspurigen Kurven, welche in die Steilhänge der Anden gezogen wurden, ist eine Ankündigung unerläßlich.
Ein paar Dinge sind beim Busfahren noch zu beachten: Es kann vorkommen, daß ein Fahrer eine siebenstündige Strecke auf einen Stück durchfährt und der Bus über keine Toiletten verfügt. Man sollte sich somit das Essen und Trinken schon im Vorfeld gut einteilen. Es ist auch zu überlegen, wie empfindlich der Magen auf kurvenreiche Strecken und Schlaglöcher reagiert (es empfiehlt sich ein Sitzplatz in den vorderen Reihen). In manchen Bussen werden vorsorglich Plastiksackerl ausgeteilt, die im Englischen scherzhaft als "Vomit Express" bezeichnet werden.
Unser bisheriges Höhenprofil in den peruanischen Anden:
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